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mittendrin

kappadokya. wir waren da. eine touristische erfahrung.
dicht, wenig durchkommen. ferienorte, fertigbausiedlungen, touristische infrastruktur versiegeln die orte. entsprechend routiniert ist der kontakt an den hotspots mit den touristen. mit uns. die einzige teeeinladung in mehreren tagen stammt von einem alten mann, als wir uns im teehaus nach dem weg erkundigen. der rest der männergesellschaft guckt finster oder gibt vom nebentisch aus fussballclubnamen zum besten.

nun: sie verbringen ihre zeit dort mit blick auf den vorplatz der großen historischen untergrundstadt kappadokiens in kaymaklı. busladungen von tourist_Innen ergießen sich in die engen gänge. gedränge wie in einem metropolenubahnschacht zur rushhour.
beeindruckend ist es trotzdem. 50m, sieben stockwerke tief geht es unter die erde. funktionshöhlen. ställe, küche, wohnraum. hammam, kirche, gräber. und ein ausgeklügeltes ventialtionssystem mit vertikalen und horizontalen luftschächten.
mehrere tausend menschen bewohnten die gesamte anlage zu byzantinischer zeit. schwere verschlusssteine sicherten die etagen ab. denn die untergrundstädte dienten damals auch als zuflucht in kriegerischen zeiten.

nun. ein kulturtourismuskapitel. es bringt auch löcher im geschichtswissen ans licht. eine kirchenhöhle unweit der strasse. vermüllt, vandalisiert. ein teil des wandbildes noch zu sehn. griechische inschriften. wie war das noch mit der vertreibung der griechen aus der türkei? was hat das mit kappadokien zu tun? fragen…


 

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